EMBRACE Istanbul-Konvention systemfähig machen
Makro · Entscheidungsebene Minimal-invasiv · Systemerweiterung Ohne Systemumbau

Istanbul-Konvention praktisch wirksam machen.

EMBRACE ist keine Reformrhetorik. EMBRACE ist eine staatliche Entscheidungsarchitektur: Sie prüft, wo das bestehende Schutz- und Justizsystem minimal erweitert werden muss, damit es die Realität erkennt, die es bereits schützen soll.

Kurzform

Das System arbeitet formal korrekt – und kann dennoch strukturell blind sein für komplexe, nicht-intentionale Gewaltformen. EMBRACE macht das System fähig, seine Pflicht aus der Konvention in der Praxis zu erfüllen – ohne Zuständigkeiten oder Gesetze neu zu verhandeln.

Was bleibt
Gesetze & Zuständigkeiten
Keine Neuverteilung, keine Strukturrevolution.
Was steigt
Entscheidungssicherheit
Bessere Grundlage, weniger systemische Fehlwirkungen.
Was sinkt
Durchrutschen
Komplexe Fälle werden verfahrensfähig erkennbar.
Die Leitfrage

Makro-Kriterium Welche minimalen Erweiterungen machen bestehende Prozesse so robust, dass nicht nur Formalität, sondern Realitätsfähigkeit entsteht?

Schnelleinstieg

Hinweis: EMBRACE ist absichtlich staats-kompatibel formuliert: nicht Anklage, nicht „Kulturkampf“, sondern Systemdesign-Grenzen + pragmatische Erweiterung.

Zentrale Diagnose

Feldphänomene zeigen: Schutz kann scheitern, obwohl Verfahren und Zuständigkeiten vorhanden sind – nicht wegen Fehlverhalten, sondern wegen Systemdesign-Grenzen.

Das bestehende Schutz- und Justizsystem arbeitet formal korrekt, ist aber strukturell nicht in der Lage, komplexe, nicht-intentionale Gewaltformen zuverlässig zu erkennen.

EMBRACE · Diagnoseformel

Wie Blindheit entsteht

  • Übergabepunkte Jugendamt → Gutachten → Gericht → Polizei (Kette).
  • Fragmentierung Zuständigkeiten sind korrekt – aber nicht feldsensitiv gekoppelt.
  • Akten-Verfestigung frühe Annahmen werden still zur Wirklichkeitsbasis.

Warum das politisch relevant ist

  • Pflicht Die Konvention setzt wirksame Erkennung voraus.
  • Risiko Formalität ersetzt keine Realitätsfähigkeit.
  • Hebel Kleine Erweiterungen können große Fehlwirkungen reduzieren.

Der Ansatz

EMBRACE arbeitet mit drei Ebenen – ohne sie umzubauen: Mikro liefert Feldsicht, Meso liefert Qualitätsfähigkeit, Makro entscheidet über gezielte Systemerweiterungen.

EMBRACE (Makro): Entscheidungskettenrevision, ohne Reformdrama

  • Keine neuen Gesetze erforderlich – die Frage ist: wo fehlt Systemfähigkeit im Vollzug?
  • Keine Zuständigkeiten infrage – sondern: welche minimale Ergänzung erhöht Entscheidungssicherheit?
  • Kein Monitoring gegen Personen – sondern: verfahrensfähige Kriterien für Realitätsfähigkeit.
Kurzform (für Entscheider)

EMBRACE entscheidet über minimal-invasive Systemerweiterungen, damit bestehende Strukturen verlässlich erkennen, was sie bereits schützen sollen. Keine Neuzuordnung – mehr Entscheidungssicherheit.

Governance-Outputs

Makro-Ebene heißt: Artefakte, die ministeriell, föderal und rechtspraktisch anschlussfähig sind – ohne Theorieüberhang.

1) Decision-Ready Policy Brief Set

  • Klare Problembeschreibung: Systemdesign-Grenzen statt Fehlverhalten.
  • Optionen für minimal-invasive Erweiterungen (Pilot-fähig).
  • Risiko-/Nutzenmodell: Entscheidungssicherheit, Fehlwirkung, Schutzauftrag.

2) Standardentwurf: Vorläufigkeit & Markierung

  • Einheitliche Markierungen: Fakt / Wahrnehmung / Annahme.
  • Verhindert Akten-Verfestigung ungekennzeichneter Einschätzungen.
  • Kompatibel mit bestehender Dokumentationspraxis.

3) Implementationsleitfaden (föderal)

  • Pilotregionen → Evaluation → Skalierung.
  • Rollout ohne Systemumbau; minimaler Zusatzaufwand.
  • Rollenklärung: Enabling statt Kontrolle.

4) Wirkpfad-Modell (Kette → Ergebnis)

  • Zeigt, wie „formal korrekt“ systemisch dennoch scheitern kann.
  • Identifiziert Einbaupunkte für Entscheidungskettenrevision.
  • Ermöglicht evidenzbasierte Priorisierung.

Einführung ohne Systemumbau

Politisch tragfähig ist, was Betrieb nicht lähmt. EMBRACE setzt auf Pilotierung, Evaluation und skalierbare Standards.
Phase 1
Datensatz & Wirkpfade
Feldphänomene operationalisieren: Wo kippt Erkennbarkeit in Akten-Realität?
Phase 2
Pilotregionen
Minimal-invasive Einbaupunkte testen: Markierung, Vorläufigkeit, Entscheidungskettenrevision.
Phase 3
Standardisierung
Artefakte festigen: Standardentwurf, Leitfaden, Schulungsmodule (Enabling-Logik).
Phase 4
Skalierung
Föderal anschlussfähig ausrollen: mehr Entscheidungssicherheit bei gleichem System.

Ministeriums-Briefing (10 Sätze)

Direkt kopierfähig. Kein Überbau. Keine Anklage. Nur Entscheidungslogik.
  1. Die Istanbul-Konvention setzt voraus, dass Gewaltformen zuverlässig erkannt werden.
  2. Das bestehende System arbeitet formal korrekt, ist dafür aber strukturell nicht ausgelegt.
  3. Feldphänomene zeigen, dass relevante Gewaltformen systematisch durchrutschen.
  4. Ursache ist nicht Fehlverhalten, sondern fragmentiertes Systemdesign.
  5. Weitere Gesetze oder Leitlinien allein lösen dieses Problem nicht.
  6. EMBRACE adressiert diese Lücke auf der Entscheidungsebene.
  7. Es geht um minimale Erweiterungen bestehender Prozesse, nicht um Reformen.
  8. TSP liefert die empirische Feldsicht, TSF die prozessuale Qualitätsfähigkeit.
  9. EMBRACE ermöglicht Entscheidungssicherheit ohne Systemumbau.
  10. So wird die Istanbul-Konvention praktisch wirksam, ohne sie neu zu verhandeln.
FAQ

Tipp: In Gesprächen wirkt Satz 4 als De-Trigger (keine Schuld), Satz 7 als Machbarkeitssignal (minimal-invasiv).

FAQ für Entscheider (kurz, robust)

Ist das Kontrolle über Beamte? Nein – Enabling.
EMBRACE/TSF bewertet keine Personen. Es liefert Markierung, Vorläufigkeit und Einbaupunkte, damit Entscheidungsketten robust bleiben – insbesondere unter Unsicherheit.
Erfordert das neue Gesetze? In der Regel nicht.
EMBRACE zielt auf minimal-invasive Erweiterungen bestehender Prozesse (Standardentwurf, Leitfaden, Pilotierung), nicht auf Neuverteilung von Zuständigkeiten.
Warum reicht „bessere Schulung“ nicht? Weil es ein Designproblem ist.
Schulung hilft, aber ohne strukturelle Markierungen und Rückkopplung kippt Akten-Realität dennoch. EMBRACE baut die Minimal-Erweiterungen, die Schulung erst wirksam machen.
Wie passt das zu TSP/TSF? Daten → Qualität → Entscheidung.
TSP zeigt Feldphänomene empirisch. TSF macht Übergaben und Kettenqualität verfahrensfähig. EMBRACE entscheidet, welche Erweiterungen skalierbar implementiert werden.

Präzise Abgrenzung

Damit EMBRACE staatsfähig bleibt: keine Metaphysik, keine Psychologisierung, keine Schuldlogik.

EMBRACE ist…

  • Makro Entscheidungsebene für minimal-invasive Systemerweiterung.
  • Governance Artefakte, Standards, Rollout-Logik.
  • Wirksamkeit Konventionspflicht in Praxis überführen.

EMBRACE ist nicht…

  • nicht ein Reformprogramm, das Zuständigkeiten neu verteilt.
  • nicht eine Kontrollinstanz über einzelne Mitarbeitende.
  • nicht ein ideologischer Frame – sondern Systemdesign-Diagnostik.